„Liebes Sprachelfchen
Bitte reinige noch die Aussenvoliere.
Gruss Chef“

Diese Nachricht war an einem grossen Behälter mit den entsprechenden Werkzeugen befestigt, als ich heute Morgen in die Voliere kam (wobei mein Chef natürlich mit seinem Namen unterschrieben hatte). Eigentlich wollte ich mir noch einen Lernnachmittag machen. Ich habe aber trotzdem nach dem üblichen Tagesprogramm angefangen, den äusseren Bereich zu reinigen (die Volieren der meisten Vögel sind in einen Innen- und Aussenbereich geteilt. Der Innenbereich ist im Winter geheizt, und wenn es den Vögeln draussen zu kalt oder zu langweilig wird, können sie durch eine Öffnung in der Türe reingehen). Und der hatte es dringend nötig. Ich habe heute eine riesige Ladung Laub zusammengenommen und bin noch nicht fertig – irgendwann jedoch musste ich abbrechen, weil ich noch zum Waschen eingetragen war. Was dem Zustand meiner Kleidung sehr entgegen kam.

Die Vögel reagierten unterschiedlich auf die Aktion. Einige bekamen leider Panik und wichen mir aus (zum Glück sind die Käfige gross genug), anderen war es mehr oder weniger egal, was ich da mache, und andere mussten alles genau inspizieren. Am frechsten waren die Sonnensittiche: Einer wollte es sich auf meiner Schulter gemütlich machen, ein anderer auf meinem Kopf. In dieser Voliere sind die Vögel im allgemeinen sehr zutraulich, heute flogen sie teilweise auch sehr dicht über mir durch. Das ist zwar schön, aber im ersten Moment erschrickt man auch (und manchmal mag man halt einfach keinen Vogel auf der Schulter haben).

Im Allgemeinen waren manche Vögel heute etwas seltsam drauf. Ich denke, sie spüren den Frühling sehr warmen Herbst, den wir im Moment haben.