Selbstverordnete Maximalarbeitszeit — Oktober 27, 2016

Selbstverordnete Maximalarbeitszeit

Ist sogar in meine Gewohnheitenliste bei Habitica integriert. Habitica ist eine App, mit der man Listen mit Aufgaben, täglichen Aufgaben und guten Gewohnheiten zum Angewöhnen (oder auch schlechte zum Abgewöhnen) erstellen kann. Wenn man fleissig Aufgaben erledigt und guten Gewohnheiten nachgeht, bekommt man, wie in einem Spiel, Erfahrungspunkte, Gegenstände und Gold. Damit kann man für seinen Avatar Ausrüstung kaufen. Wenn man seine täglichen Aufgaben vernachlässigt oder schlechten Gewohnheiten nachgeht, fügt man seinem Avatar Schaden zu. Die Belohnungen und der zugefügte Schaden richten sich nach dem Schwierigkeitsgrad, den man selber für die einzelnen Aufgaben einstellen kann. Je schwerer eine Aufgabe ist, desto grösser ist die Belohnung. Oder der Schaden, wenn man nicht das macht, was man sich vorgenommen hat.

Bei mir steht bei den Gewohnheiten eine negative, die heisst „Ohne triftigen Grund mehr als acht Stunden arbeiten“. Und die ist auf die schwerste Stufe gestellt, damit ich nie auf die Idee komme, diese Gewohnheit anzuklicken. Denn auch wenn ich mich bemühe, jeden Tag mehrere Stunden mit meinen Hausaufgaben zu verbringen, muss doch irgendwo eine Grenze sein. Sonst bekomme ich vor lauter Erschöpfung einen Overload. Das ist ein Minizusammenbruch, der für Autisten unter Stress gerne mal passiert. Und auch wenn ich persönlich bei einem Overload wirklich ausser Gefecht bin (beziehungsweise am Schlafen), ist es doch nicht angenehm. Und langfristig auch nicht gesund. Ausserdem komme ich mit genügend Pausen und gleichmässigerer, geringerer Belastung auf bessere Ergebnisse als mit regelmässigen Kraftakten. Auch kann ich nach einem Overload für etwa einen weiteren Tag nicht meine volle Leistung abrufen. Daher bin ich nach einer Overload-freien Pause auch wesentlich produktiver.

Ziel ist es also, jeden Tag zwischen zwei und acht Stunden zu arbeiten. Das genaue Tagesziel hängt vom Wochentag und anderen Terminen ab. Und hin und wieder würde ich auch gerne Ausschlafen und einen freien Nachmittag haben:)

Gerade heute ist so ein Tag, wo ich diese acht Stunden erreichen habe, und eigentlich noch ein Bedürfnis hätte, mehr zu arbeiten. Wobei dieses Bedürfnis leider nicht darauf zurückzuführen ist, dass ich gerade mit der Arbeit gut vorankomme. Es ist mehr eine Art Panikreaktion, weil ich sie am Dienstag abgeben muss. Eigentlich würde ich am liebsten einfach ins Bett liegen und schlafen.

Ich bin aber nicht so knapp dran, dass es heute mehr als acht Stunden bräuchte, um pünklich bis am Dienstag fertig zu werden. Und dank der schlechten Gewohnheit in der Liste werde ich mich nach diesen acht Stunden auch wirklich ausruhen.

Und wer weiss, vielleicht finde ich in wacherem Zustand noch eine Variable, die einen signifikanten Einfluss hat. Heute glaubte ich mal kurz, ich hätte etwas gefunden. Stellte sich dann allerdings heraus, dass jemand etwas falsch übertragen hatte, und genau die Versuchsperson mit dem falschen Wert hat ein Ergebnis, dass stark von den anderen abweicht. Konkret: Sobald der falsche Wert korrigiert war, war auch die Signifikanz verschwunden.

Ich frage mich gerade, wie stark ich die erhobenen Daten in meiner Arbeit kritisieren darf. Wir haben im Seminar selber ein Experiment gemacht, und es war von Anfang an als eine sehr lockere Fallstudie geplant. Es ging also nie darum, etwas zu beweisen. Das Ziel war eher, einige mögliche Zusammenhänge zu entdecken, die man dann eventuell weiter untersuchen könnte.

Mit einem Statistikprogramm kann man durch verschiedenen Tests den sogenannten P-Wert ausrechnen. Dieser Wert ist eine Art Massstab für die Stärke der Abhängigkeit von zwei Variablen zueinander. Wenn dieser Wert kleiner als 0.05 ist, gibt es eine 95-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass die zwei untersuchten Variablen voneinander abhängig sind, oder anders gesagt. Die 95 Prozent sind hier das Signifikanzniveau. Sobald ich also mindestens diese Wahrscheinlichkeit für einen Zusammenhang habe, ist der Zusammenhang signifikant.

Bei meiner Untersuchung konnten die Test lediglich einen signifikanten Zusammenhang zwischen Versuchspersonen mit Matura und Versuchspersonen mit einem Studium herstellen, was allerdings ein unbeabsichtigtes Nebenprodukt war. Eine Untersuchung dieses Zusammenhangs würde mir wahrscheinlich den Ig-Nobelpreis eintragen:)

Virus oder Medikament? — Oktober 10, 2016

Virus oder Medikament?

Seit letzter Woche habe ich ein Antidepressivum von meiner Psychiaterin verschrieben bekommen. Grund dafür war, dass es mir psychisch schon seit längerer Zeit nicht mehr gut ging, und deswegen schlug sie vor, mit einem Medikament zu stabilisieren. Besonders, da vor einigen Wochen die Vorlesungszeit wieder angefangen hat und ich deswegen auch mehr unter Druck stehe als in den Ferien.

Seit ich vor knapp einer Woche mit dem Medikament angefangen habe, geht es mir – psychisch – wieder besser. Doch gerade jetzt fühle ich mich körperlich nicht gerade fit, und ich weiss nicht, ob das jetzt gerade ein Virus oder eine Nebenwirkung ist. Bei den Nebenwirkungen des Medikaments wäre ich immer noch unter „sehr häufige Nebenwirkungen“, es besteht also kein Grund zur Sorge.

Jedenfalls sollten sich diese Nebenwirkungen eigentlich langsam verflüchtigen, und da ich mich erst seit den letzten zwei Tagen nicht so toll fühle, ist die Chance hoch, dass ich virusbedingte Probleme habe. Was die Sache allerdings auch nicht besser macht, denn mein Medikament hat eine ellenlange Liste von Medikamentengruppen, mit denen Wechselwirkungen auftauchen können. Kurz: Ich kann fast nichts aus der Hausapotheke anwenden, ohne zuerst einen Arzt oder Apotheker zu fragen. Ausserdem sollte ich in den nächsten Tagen noch die Dosis des Antidepressivums erhöhen, aber wenn das bis Morgen nicht besser ist, frage ich nochmals bei meiner Psychiaterin nach.

Im Moment scheint es so, als könnte ich nicht mal ein Antidepressivum einnehmen, ohne auf irgendwelche aussergewöhnlichen Probleme zu stossen.

Die kürzeste Vorlesung meiner Unilaufbahn… — September 20, 2016

Die kürzeste Vorlesung meiner Unilaufbahn…

… dauerte gerade einmal fünf Minuten. Das ist (leider) kein Witz.

Doch zuerst ein wenig zum Hintergrund: Ich muss ein Informatik-Modul wiederholen, dass ich vor einem Jahr knapp nicht bestanden hatte. Der entsprechende Kurs wurde inzwischen aber neu aufgebaut (Änderung der Studienordnung), deswegen wird mein Kurs nur noch in einer Sparversion mit drei Veranstaltungen (Infoveranstaltung und zwei Repetitorien) und der Abschlussprüfung angeboten, die nur von Repetierenden belegt werden darf.

Die Infoveranstaltung für die Repetierenden war heute, zusammen mit der ersten Vorlesung von denen, die den neuen Kurs belegen. Ich hatte deswegen nicht erwartet, dass ich volle neunzig Minuten dort sein muss. Doch ich dachte, dass sie dort noch einige wichtige Details durchgeben würde, vor allem, da offensichtlich erwartet wurde, dass auch die Repetierenden dort erscheinen.

Denkste.

Zweite Folie in der Präsentation: Hinweis, dass die Repetierenden anwesend sein sollten, Infos aus dem Vorlesungsverzeichnis, die Ermahnung, sich wirklich im richtigen Kurs einzubuchen, und anschliessend: „Repetierende können jetzt gehen oder bleiben.“
Da der Saal sehr voll bis leicht überfüllt war, überliess ich meinen Platz jemand anderem und ging.

Eine Rundmail für beide Kurse hätte es auch getan. Dank Lernplattform sollten sogar die Mailverteiler automatisch erstellt werden können. Und Leute, die die Hinweise auf den Kursseiten, im Vorlesungsverzeichnis und auf der Lernplattform nicht mitbekommen haben, werden wegen diesen fünf Minuten auch keinen Aha-Effekt haben. Falls sie diese nicht sowieso geschwänzt haben.

Sorry übrigens, falls es technisch im Moment gerade ein bisschen schräg zu und her geht, ich teste gerade eine neue App:)

(Unter)aktuelle Informationen & Co. — Februar 21, 2016

(Unter)aktuelle Informationen & Co.

Nach dem vorletzten Eintrag hier noch die Fortsetzung: Auf der Webpage des Instituts steht, man müsse die Module X, Y, und Z absolviert haben, um mit der Bachelorarbeit anfangen zu können. Im Vorlesungsverzeichnis steht, dass man von diesen drei Modulen dasjenige absolviert haben muss, in dessen Teilgebiet man die Arbeit schreiben will (also wenn ich im Teilgebiet von X die Arbeit schreiben will, muss ich auch nur X absolviert haben).

Jedenfalls steht in der Studienordnung leider die erste Variante und die Studienordnung hat immer das letzte Wort. Das Vorlesungsverzeichnis wird aktualisiert, und ich darf mit der Arbeit frühestens in einem Jahr beginnen, weil die Module X und Z zweisemestrig sind und ich Z noch nicht gebucht habe.

Da die Aktualisierungsfreudigen vom vorletzten Beitrag endlich die Noten bekannt gegeben haben und ich eine halbe Note unter „genügend“ bin, ist das nicht wirklich tragisch. Dafür darf ich mir überlegen, in welcher Variante ich Prüfung in einem Jahr wiederholen will. Da es ab dem nächsten Herbstsemester eine Reform gibt (die letzte habe ich knapp verpasst) wird dieses Informatikmodul neuerdings mit der Programmiersprache Python angeboten (bisher wurde dort mit Java programmiert). Soweit ich weiss, kann man aber die Prüfung nochmals mit Java wiederholen.

Mal schauen. Jedenfalls habe ich dadurch in diesem Semester Zeit, um einen Englischkurs der Uni zu belegen. Hatte ich eigentlich schon länger geplant, aber bis jetzt war der Stundenplan auch so schon voll genug.