Arbeiten schreiben (lassen) — Januar 8, 2016

Arbeiten schreiben (lassen)

Mehrseitige Arbeiten für die Uni zu schreiben ist zugegebenermassen manchmal mühsam. Das kann bei der Suche nach einem guten Thema anfangen und endet beim Formatieren nach den Regeln des jeweiligen (Teil-)Faches. Denn die einzelnen Fächer haben in der Regel Merkblätter mit Vorschriften für das Titelblatt, Schriftgrösse, Seitenränder, Zitierweise… In einem Fach ist sogar die Schriftart angegeben. Und man ist gut beraten, das entsprechende Dokument zu suchen und sorgfältig durchzulesen, denn wenn man solche klaren Anforderungen nicht erfüllt, kann man vom Dozenten auf solchen Kleinigkeiten festgenagelt werden. Es gibt bessere Gründe für eine versiebte Arbeit als Formatierungsfehler.

Einige Studenten in der Schweiz allerdings haben anscheinend das nötige Kleingeld, um für die Arbeiten einen Ghostwriter zu engagieren. Was übrigens Betrug ist. Aktuell ist das Thema gerade jetzt, weil die Universität St. Gallen deswegen Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht hat (Quelle: Rundschau). Wobei natürlich klar gesagt werden muss, dass dieses Thema nicht nur die Universität St. Gallen betrifft.

Ich bin mir nicht sicher, ob nicht die eine oder andere Zahl in dem Beitrag etwas übertrieben ist. Das Grundproblem bleibt aber: Es ist extrem einfach, einen Ghostwriter für eine Arbeit zu finden. Und anscheinend wird der (angebliche) Urheber eines Textes auch nicht wirklich überprüft, sei es, weil die Mittel fehlen, sei es, weil das Problem lange nicht ernstgenommen wurde. Und das ist eigentlich das, was mich daran am meisten nachdenklich macht: Wie einfach es ist, zu schummeln. Man muss dazu nicht einmal auf windige Internetseiten gehen; die Betreiber dieses Geschäfts stehen teilweise sogar vor der Kamera. Das grösste Problem scheint zu sein, das Geld aufzutreiben.

Ich wusste schon vorher, dass es Studenten gibt, die am liebsten den einfachsten Weg gehen, die sich irgendwie durchwursteln und sogar mogeln, um durch das Studium zu kommen. In meinem allerersten Semester bekam ich mit, wie jemand bei einem vierseitigen Text plagierte und dafür sofort, mitten im Semester, aus dem Kurs flog. Es überrascht mich also nicht, dass es Studenten gibt, die ihre Arbeiten von anderen schreiben lassen. Aber das System dahinter überrascht mich.

Einen guten Start ins neue Jahr! — Dezember 31, 2015
Frohe Weihnachten… — Dezember 24, 2015
Du weisst, dass bald Semesterende ist, wenn Du… — Dezember 15, 2015

Du weisst, dass bald Semesterende ist, wenn Du…

… Spinatwähe ohne Salz und Pfeffer machst.

…jemandem ein Lebensmittel anbietest, von dem Du eigentlich genau weisst, dass es diese Person nicht essen darf.

…bei der Arbeit wegen einer Kleinigkeit deinen Chef aufschreckst, weil es Dir in diesem Moment sehr gefährlich vorkommt.

…bei einer Musikprobe statt dem dritten Satz den vierten hervorkramst und dich anschliessend wunderst, was denn die anderen spielen.

…von den Dozenten zum Kaffee eingeladen wirst.

…dicke Bücher mitschleppst, um dich im Zug oder zwischen den Stunden noch ein wenig auf die Prüfungen vorzubereiten (siehe Beitragsbild).

…in der Tageszeitung höchstens noch die Feuilleton- Artikel liest, weil alles andere für deine für solche Nichtigkeiten verbleibende Gehirnkapazität zu viel wäre.

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Ich wünsche allen, die in den nächsten Wochen Arbeiten abgeben und Prüfungen schreiben müssen, viel Glück!

Nachtrag — Dezember 2, 2015

Nachtrag

Die Freude am Lesen aus dem vorigen Beitrag geht allerdings etwas verloren, wenn am Freitag Ausschnitte aus einem 500 Seiten starken Buch besprochen werden sollen und die verantwortliche Kommilitonin bis jetzt (Mittwoch Abend) die Passagen noch nicht angegeben hat…

Das Schönste am Germanistikstudium ist… — November 30, 2015
Dass ich für meine Diagnose eine eigene Seite bräuchte… — November 23, 2015

Dass ich für meine Diagnose eine eigene Seite bräuchte…

…bewies der Sicherheitsexperte Karl-Heinz Kamp letzten Dienstag mal wieder. Er brachte kurzerhand islamistischen Extremismus und Autismus in einer Talkshow zusammen (besser beschrieben und mit Quellenangaben auf Auticare).

Da das anscheinend wieder mal nötig ist (ich erinnere mich daran, dass sich vor einigen Jahren nach einem Amoklauf diverse Autisten deutlich davon distanzierten, weil jemand leichtsinnig mit dem Begriff umging) sage ich es hier nochmal deutlich: Ich bin Autistin und finde die Anschläge von Paris und Beirut grauenhaft. Ich habe mit Islamisten oder Jihadisten überhaupt nichts am Hut. Und gewalttätig bin ich schon gar nicht.

Es wäre nett, wenn Autismus nicht immer wieder als Schimpfwort missbraucht werden würde. Oder leichtfertig in einem Atemzug mit Gewalttaten genannt werden würde. Ich habe keine Lust darauf, angegriffen zu werden, nur weil ich Autistin bin. Und ich übertreibe es nicht, denn der Artikel nennt einige Beispiele dafür, inklusive Quellenangaben.

Danke fürs Lesen.

Sprachlos — November 16, 2015

Sprachlos

Es ist unglaublich, dass am Wochenende in Paris eine Anschlagsserie stattfindet – und hier geht das Leben einfach weiter. Mit Alltagssorgen, die mir im Vergleich zu dem, was die Opfer und ihre Angehörigen in Paris durchmachen, trivial erscheinen.

Heute um Zwölf gab es an meiner Uni eine Schweigeminute. Es gibt nichts besseres, um die Sprachlosigkeit auszudrücken, die nach solchen Ereignissen herrscht. Denn welche Worte können das Entsetzen, die Trauer, das Mitgefühl ausdrücken? Eigentlich bleiben nur Phrasen.

Trotzdem sage ich: Ich wünsche allen Betroffenen viel Kraft.

Zusatzaufgabe — November 14, 2015

Zusatzaufgabe

„Liebes Sprachelfchen
Bitte reinige noch die Aussenvoliere.
Gruss Chef“

Diese Nachricht war an einem grossen Behälter mit den entsprechenden Werkzeugen befestigt, als ich heute Morgen in die Voliere kam (wobei mein Chef natürlich mit seinem Namen unterschrieben hatte). Eigentlich wollte ich mir noch einen Lernnachmittag machen. Ich habe aber trotzdem nach dem üblichen Tagesprogramm angefangen, den äusseren Bereich zu reinigen (die Volieren der meisten Vögel sind in einen Innen- und Aussenbereich geteilt. Der Innenbereich ist im Winter geheizt, und wenn es den Vögeln draussen zu kalt oder zu langweilig wird, können sie durch eine Öffnung in der Türe reingehen). Und der hatte es dringend nötig. Ich habe heute eine riesige Ladung Laub zusammengenommen und bin noch nicht fertig – irgendwann jedoch musste ich abbrechen, weil ich noch zum Waschen eingetragen war. Was dem Zustand meiner Kleidung sehr entgegen kam.

Die Vögel reagierten unterschiedlich auf die Aktion. Einige bekamen leider Panik und wichen mir aus (zum Glück sind die Käfige gross genug), anderen war es mehr oder weniger egal, was ich da mache, und andere mussten alles genau inspizieren. Am frechsten waren die Sonnensittiche: Einer wollte es sich auf meiner Schulter gemütlich machen, ein anderer auf meinem Kopf. In dieser Voliere sind die Vögel im allgemeinen sehr zutraulich, heute flogen sie teilweise auch sehr dicht über mir durch. Das ist zwar schön, aber im ersten Moment erschrickt man auch (und manchmal mag man halt einfach keinen Vogel auf der Schulter haben).

Im Allgemeinen waren manche Vögel heute etwas seltsam drauf. Ich denke, sie spüren den Frühling sehr warmen Herbst, den wir im Moment haben.

Farbige Unterscheidungen… — November 8, 2015

Farbige Unterscheidungen…

…sind eigentlich etwas, was ich sehr mag. Verschiedenfarbige Mäppchen für verschiedene Fächer? Gerne! Jeden Monat im Kalender in einer anderen Farbe? Gekauft! Verschiedenfarbige Wochentage im Wochenplan? Sofort! Verschiedenfarbige Tabs in Firefox? Gute Idee! Dachte ich jedenfalls. Bis ich die Ausführung sah:

zu Bunt

Also ganz so knallig brauche ich das auch nicht…