Ist sogar in meine Gewohnheitenliste bei Habitica integriert. Habitica ist eine App, mit der man Listen mit Aufgaben, täglichen Aufgaben und guten Gewohnheiten zum Angewöhnen (oder auch schlechte zum Abgewöhnen) erstellen kann. Wenn man fleissig Aufgaben erledigt und guten Gewohnheiten nachgeht, bekommt man, wie in einem Spiel, Erfahrungspunkte, Gegenstände und Gold. Damit kann man für seinen Avatar Ausrüstung kaufen. Wenn man seine täglichen Aufgaben vernachlässigt oder schlechten Gewohnheiten nachgeht, fügt man seinem Avatar Schaden zu. Die Belohnungen und der zugefügte Schaden richten sich nach dem Schwierigkeitsgrad, den man selber für die einzelnen Aufgaben einstellen kann. Je schwerer eine Aufgabe ist, desto grösser ist die Belohnung. Oder der Schaden, wenn man nicht das macht, was man sich vorgenommen hat.

Bei mir steht bei den Gewohnheiten eine negative, die heisst „Ohne triftigen Grund mehr als acht Stunden arbeiten“. Und die ist auf die schwerste Stufe gestellt, damit ich nie auf die Idee komme, diese Gewohnheit anzuklicken. Denn auch wenn ich mich bemühe, jeden Tag mehrere Stunden mit meinen Hausaufgaben zu verbringen, muss doch irgendwo eine Grenze sein. Sonst bekomme ich vor lauter Erschöpfung einen Overload. Das ist ein Minizusammenbruch, der für Autisten unter Stress gerne mal passiert. Und auch wenn ich persönlich bei einem Overload wirklich ausser Gefecht bin (beziehungsweise am Schlafen), ist es doch nicht angenehm. Und langfristig auch nicht gesund. Ausserdem komme ich mit genügend Pausen und gleichmässigerer, geringerer Belastung auf bessere Ergebnisse als mit regelmässigen Kraftakten. Auch kann ich nach einem Overload für etwa einen weiteren Tag nicht meine volle Leistung abrufen. Daher bin ich nach einer Overload-freien Pause auch wesentlich produktiver.

Ziel ist es also, jeden Tag zwischen zwei und acht Stunden zu arbeiten. Das genaue Tagesziel hängt vom Wochentag und anderen Terminen ab. Und hin und wieder würde ich auch gerne Ausschlafen und einen freien Nachmittag haben:)

Gerade heute ist so ein Tag, wo ich diese acht Stunden erreichen habe, und eigentlich noch ein Bedürfnis hätte, mehr zu arbeiten. Wobei dieses Bedürfnis leider nicht darauf zurückzuführen ist, dass ich gerade mit der Arbeit gut vorankomme. Es ist mehr eine Art Panikreaktion, weil ich sie am Dienstag abgeben muss. Eigentlich würde ich am liebsten einfach ins Bett liegen und schlafen.

Ich bin aber nicht so knapp dran, dass es heute mehr als acht Stunden bräuchte, um pünklich bis am Dienstag fertig zu werden. Und dank der schlechten Gewohnheit in der Liste werde ich mich nach diesen acht Stunden auch wirklich ausruhen.

Und wer weiss, vielleicht finde ich in wacherem Zustand noch eine Variable, die einen signifikanten Einfluss hat. Heute glaubte ich mal kurz, ich hätte etwas gefunden. Stellte sich dann allerdings heraus, dass jemand etwas falsch übertragen hatte, und genau die Versuchsperson mit dem falschen Wert hat ein Ergebnis, dass stark von den anderen abweicht. Konkret: Sobald der falsche Wert korrigiert war, war auch die Signifikanz verschwunden.

Ich frage mich gerade, wie stark ich die erhobenen Daten in meiner Arbeit kritisieren darf. Wir haben im Seminar selber ein Experiment gemacht, und es war von Anfang an als eine sehr lockere Fallstudie geplant. Es ging also nie darum, etwas zu beweisen. Das Ziel war eher, einige mögliche Zusammenhänge zu entdecken, die man dann eventuell weiter untersuchen könnte.

Mit einem Statistikprogramm kann man durch verschiedenen Tests den sogenannten P-Wert ausrechnen. Dieser Wert ist eine Art Massstab für die Stärke der Abhängigkeit von zwei Variablen zueinander. Wenn dieser Wert kleiner als 0.05 ist, gibt es eine 95-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass die zwei untersuchten Variablen voneinander abhängig sind, oder anders gesagt. Die 95 Prozent sind hier das Signifikanzniveau. Sobald ich also mindestens diese Wahrscheinlichkeit für einen Zusammenhang habe, ist der Zusammenhang signifikant.

Bei meiner Untersuchung konnten die Test lediglich einen signifikanten Zusammenhang zwischen Versuchspersonen mit Matura und Versuchspersonen mit einem Studium herstellen, was allerdings ein unbeabsichtigtes Nebenprodukt war. Eine Untersuchung dieses Zusammenhangs würde mir wahrscheinlich den Ig-Nobelpreis eintragen:)